Das Wohlbefinden unserer Kinder liegt uns allen am Herzen. Kleine Wehwehchen und Notfälle gehören zum Alltag mit Kindern dazu. Eine gut ausgestattete Hausapotheke speziell für Kinder ist daher Gold wert – ein beruhigendes Gefühl, wenn man schnell und unkompliziert helfen kann. Hier finden Sie alles, was Sie für die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihrer kleinen Lieblinge benötigen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Sie für jede Situation gewappnet sind!
Die kindgerechte Hausapotheke: Was gehört hinein?
Eine kindgerechte Hausapotheke unterscheidet sich in einigen Punkten von der für Erwachsene. Zum einen sind die Dosierungen der Medikamente an das Alter und Gewicht der Kinder angepasst. Zum anderen sollten altersgerechte Darreichungsformen bevorzugt werden, wie zum Beispiel Säfte, Zäpfchen oder Schmelztabletten. Wir zeigen Ihnen, welche Produkte in Ihrer kindgerechten Hausapotheke nicht fehlen dürfen:
Fieber und Schmerzen
Fieber und Schmerzen sind häufige Begleiter von Kinderkrankheiten. Hier sind altersgerechte Schmerz- und Fiebersenker unerlässlich:
- Fiebersaft oder -zäpfchen: Mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen, speziell für Kinder dosiert. Achten Sie darauf, die richtige Dosierung entsprechend dem Alter und Gewicht Ihres Kindes zu wählen.
- Fieberthermometer: Ein digitales Thermometer für eine schnelle und genaue Messung. Besonders praktisch sind Stirn- oder Ohrthermometer, die die Messung erleichtern.
- Kühlkompressen: Zur Linderung von Fieber und Schmerzen. Sie können im Kühlschrank aufbewahrt und bei Bedarf eingesetzt werden.
Erkältung
Eine Erkältung ist schnell eingefangen. Mit den richtigen Mitteln können Sie die Symptome lindern und Ihrem Kind helfen, sich schnell wieder besser zu fühlen:
- Nasentropfen oder -spray: Bei verstopfter Nase, um die Atmung zu erleichtern. Achten Sie auf eine altersgerechte Dosierung und verwenden Sie am besten eine isotonische Kochsalzlösung für Babys und Kleinkinder.
- Hustensaft: Zur Linderung von Hustenreiz. Je nach Art des Hustens gibt es unterschiedliche Hustensäfte – fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt oder Apotheker.
- Brustbalsam: Zum Einreiben auf Brust und Rücken, um die Atemwege zu befreien. Achten Sie darauf, dass der Balsam für Kinder geeignet ist und keine reizenden Inhaltsstoffe enthält.
- Inhalationsgerät: Bei hartnäckigem Husten oder Bronchitis kann ein Inhalationsgerät helfen, die Atemwege zu befeuchten und zu befreien.
- Tee: Beruhigende Teesorten wie Kamille, Fenchel oder Thymian können bei Erkältungsbeschwerden wohltuend wirken.
Verdauungsbeschwerden
Auch der kleine Bauch kann mal Probleme machen. Bei Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung ist es gut, die passenden Mittel parat zu haben:
- Elektrolytlösung: Bei Durchfall, um den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen. Besonders wichtig für Babys und Kleinkinder.
- Probiotische Tropfen oder Pulver: Zur Unterstützung der Darmflora nach einer Antibiotikatherapie oder bei Verdauungsbeschwerden.
- Kümmelzäpfchen oder -öl: Bei Blähungen und Bauchkrämpfen.
- Abführmittel: Bei Verstopfung, aber nur nach Rücksprache mit dem Arzt.
Wundversorgung
Kleine Verletzungen passieren schnell. Eine gute Wundversorgung ist wichtig, um Infektionen vorzubeugen:
- Pflaster: In verschiedenen Größen und Formen, am besten auch wasserfest.
- Wunddesinfektionsmittel: Zur Reinigung und Desinfektion von Wunden.
- sterile Kompressen: Zum Abdecken von Wunden.
- Verbandmull: Zum Fixieren von Kompressen.
- Verbandsmaterial: Für größere Verletzungen.
- Pinzette: Zum Entfernen von Splittern oder anderen Fremdkörpern.
- Schere: Zum Zuschneiden von Pflastern und Verbänden.
Sonnenbrand und Insektenstiche
Im Sommer lauern andere Gefahren. Schützen Sie Ihr Kind vor Sonnenbrand und lindern Sie Insektenstiche:
- Sonnencreme: Mit hohem Lichtschutzfaktor, speziell für Kinderhaut.
- After-Sun-Lotion: Zur Beruhigung und Pflege der Haut nach dem Sonnenbaden.
- Insektenschutzmittel: Speziell für Kinder, um Stiche zu vermeiden.
- Gel oder Salbe gegen Insektenstiche: Zur Linderung von Juckreiz und Schwellungen.
Weitere wichtige Bestandteile
Neben den genannten Produkten gibt es noch einige weitere Dinge, die in keiner kindgerechten Hausapotheke fehlen sollten:
- Zeckenentferner: Zur schnellen und sicheren Entfernung von Zecken.
- Brandgel: Zur Kühlung und Linderung von Verbrennungen.
- Arnika-Salbe: Bei Prellungen, Verstauchungen und blauen Flecken.
- Kochsalzlösung: Zum Spülen von Wunden oder zur Inhalation.
- Einmalhandschuhe: Zum Schutz vor Infektionen.
- Spucktücher: Immer griffbereit für kleine Missgeschicke.
- Flasche und Sauger: Für Babys und Kleinkinder.
- Notfall-Tropfen: Zur Beruhigung in Stresssituationen.
- Dokumentation: Notrufnummern, wichtige Telefonnummern (Arzt, Apotheke), Allergiepass des Kindes.
Die richtige Lagerung der Hausapotheke
Die richtige Lagerung ist entscheidend, um die Wirksamkeit der Medikamente zu erhalten und Unfälle zu vermeiden. Beachten Sie folgende Punkte:
- Kindersicher: Bewahren Sie die Hausapotheke außerhalb der Reichweite von Kindern auf, am besten in einem abschließbaren Schrank.
- Trocken und kühl: Vermeiden Sie feuchte und warme Orte wie das Badezimmer. Ein kühler, trockener Schrank im Schlafzimmer oder Flur ist ideal.
- Vor Licht schützen: Lagern Sie die Medikamente in der Originalverpackung, um sie vor Licht zu schützen.
- Haltbarkeitsdatum beachten: Überprüfen Sie regelmäßig das Haltbarkeitsdatum der Medikamente und entsorgen Sie abgelaufene Produkte fachgerecht in der Apotheke.
- Übersichtlich: Ordnen Sie die Medikamente übersichtlich an, damit Sie im Notfall schnell das Richtige finden.
Tipps für die Anwendung von Medikamenten bei Kindern
Die Anwendung von Medikamenten bei Kindern erfordert besondere Sorgfalt. Hier sind einige Tipps, die Ihnen helfen können:
- Dosierung beachten: Halten Sie sich genau an die Dosierungsanleitung des Arztes oder Apothekers. Die Dosierung ist abhängig vom Alter, Gewicht und der Erkrankung des Kindes.
- Darreichungsform beachten: Wählen Sie die altersgerechte Darreichungsform. Säfte, Zäpfchen oder Schmelztabletten sind für Kinder oft einfacher einzunehmen als Tabletten.
- Geduld haben: Kinder können bei der Einnahme von Medikamenten widerwillig sein. Bleiben Sie geduldig und erklären Sie Ihrem Kind, warum das Medikament wichtig ist.
- Nicht mischen: Mischen Sie Medikamente nicht untereinander oder mit Lebensmitteln, es sei denn, der Arzt oder Apotheker hat dies ausdrücklich erlaubt.
- Beobachten: Beobachten Sie Ihr Kind nach der Einnahme des Medikaments auf mögliche Nebenwirkungen.
- Dokumentieren: Notieren Sie sich, wann Sie Ihrem Kind welches Medikament in welcher Dosierung gegeben haben.
Natürliche Helfer für Kinder
Neben klassischen Medikamenten gibt es auch eine Reihe natürlicher Helfer, die bei leichten Beschwerden eingesetzt werden können. Hier sind einige Beispiele:
- Kamillentee: Wirkt beruhigend und entzündungshemmend, bei Bauchschmerzen, Unruhe und Schlafstörungen.
- Fencheltee: Wirkt krampflösend und blähungshemmend, bei Bauchschmerzen und Blähungen.
- Thymiantee: Wirkt schleimlösend und antibakteriell, bei Erkältung und Husten.
- Zwiebelsaft: Wirkt schleimlösend und entzündungshemmend, bei Husten.
- Quarkwickel: Wirken kühlend und entzündungshemmend, bei Fieber, Halsschmerzen und Insektenstichen.
- Honig: Wirkt entzündungshemmend und hustenreizlindernd, aber nicht für Kinder unter einem Jahr geeignet.
- Ätherische Öle: Einige ätherische Öle wie Lavendel, Kamille oder Eukalyptus können bei Erkältung, Unruhe und Schlafstörungen wohltuend wirken. Achten Sie aber darauf, nur hochwertige Öle zu verwenden und sie richtig zu dosieren. Nicht alle ätherischen Öle sind für Kinder geeignet.
Homöopathie für Kinder
Viele Eltern setzen auf Homöopathie, um die Selbstheilungskräfte ihrer Kinder zu aktivieren. Es gibt eine Vielzahl homöopathischer Mittel, die bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt werden können. Lassen Sie sich von einem erfahrenen Homöopathen beraten, um das richtige Mittel für Ihr Kind zu finden.
Hausapotheke auf Reisen
Auch auf Reisen sollte eine gut ausgestattete Hausapotheke nicht fehlen. Packen Sie neben den Standardmedikamenten auch Mittel gegen Reiseübelkeit, Durchfall und Sonnenbrand ein. Denken Sie auch an ein Desinfektionsmittel und Pflaster, falls es zu kleinen Verletzungen kommt. Eine Reiseapotheke speziell für Kinder ist besonders praktisch, da sie alle wichtigen Medikamente und Hilfsmittel in kindgerechter Dosierung enthält.
Wann zum Arzt?
Die Hausapotheke ist eine wertvolle Hilfe bei kleinen Beschwerden. Aber es gibt Situationen, in denen Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten:
- Hohes Fieber (über 39 Grad Celsius), das länger als 24 Stunden anhält.
- Atemnot oder Husten mit pfeifenden Geräuschen.
- Starke Bauchschmerzen oder Erbrechen.
- Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfälle.
- Verletzungen mit starker Blutung oder Verdacht auf Knochenbruch.
- Verbrennungen zweiten oder dritten Grades.
- Allergische Reaktionen mit Hautausschlag, Juckreiz oder Atemnot.
- Verdacht auf eine Infektionskrankheit wie Masern, Röteln oder Windpocken.
Im Zweifelsfall ist es immer besser, einen Arzt zu konsultieren. Nur er kann eine sichere Diagnose stellen und die richtige Behandlung einleiten.
Checkliste für die kindgerechte Hausapotheke
Um sicherzustellen, dass Sie nichts vergessen, können Sie sich an dieser Checkliste orientieren:
- Fiebersaft oder -zäpfchen (Paracetamol oder Ibuprofen)
- Fieberthermometer
- Kühlkompressen
- Nasentropfen oder -spray
- Hustensaft
- Brustbalsam
- Inhalationsgerät (optional)
- Tee (Kamille, Fenchel, Thymian)
- Elektrolytlösung
- Probiotische Tropfen oder Pulver
- Kümmelzäpfchen oder -öl
- Abführmittel (nach Rücksprache mit dem Arzt)
- Pflaster
- Wunddesinfektionsmittel
- Sterile Kompressen
- Verbandmull
- Verbandsmaterial
- Pinzette
- Schere
- Sonnencreme
- After-Sun-Lotion
- Insektenschutzmittel
- Gel oder Salbe gegen Insektenstiche
- Zeckenentferner
- Brandgel
- Arnika-Salbe
- Kochsalzlösung
- Einmalhandschuhe
- Spucktücher
- Flasche und Sauger (für Babys und Kleinkinder)
- Notfall-Tropfen
- Dokumentation (Notrufnummern, wichtige Telefonnummern, Allergiepass des Kindes)
Mit dieser Checkliste sind Sie bestens gerüstet, um eine kindgerechte Hausapotheke zusammenzustellen, die den Bedürfnissen Ihrer Familie entspricht. So können Sie im Notfall schnell und sicher handeln und Ihren Kindern die bestmögliche Versorgung bieten.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Hausapotheke für Kinder
Welche Schmerzmittel sind für Kinder geeignet?
Für Kinder sind Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen geeignet. Diese gibt es in altersgerechten Dosierungen als Saft, Zäpfchen oder Schmelztabletten. Achten Sie unbedingt auf die richtige Dosierung entsprechend dem Alter und Gewicht Ihres Kindes. Bei Unsicherheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Wie messe ich richtig Fieber bei meinem Kind?
Es gibt verschiedene Arten von Fieberthermometern: digitale Thermometer, Stirnthermometer oder Ohrthermometer. Die Messung im After ist bei Babys und Kleinkindern am genauesten. Bei älteren Kindern können Sie auch unter dem Arm oder im Mund messen. Reinigen Sie das Thermometer vor und nach Gebrauch. Die Normaltemperatur liegt zwischen 36,5 und 37,5 Grad Celsius. Ab 38 Grad Celsius spricht man von Fieber.
Was tun bei einer verstopften Nase beim Baby?
Bei einer verstopften Nase können Sie Ihrem Baby Nasentropfen oder -spray mit isotonischer Kochsalzlösung geben. Diese befeuchten die Nasenschleimhaut und lösen den Schleim. Sie können auch vorsichtig mit einem Nasensauger den Schleim entfernen. Vermeiden Sie abschwellende Nasentropfen oder -sprays für Babys, da diese abhängig machen können.
Welche Hausmittel helfen bei Husten?
Bei Husten können verschiedene Hausmittel helfen: Brustwickel mit warmem Öl, Inhalationen mit Kamille oder Kochsalzlösung, Hustensaft aus Zwiebeln oder Honig (nicht für Kinder unter einem Jahr geeignet) und viel trinken (Tee oder Wasser). Bei anhaltendem oder starkem Husten sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Wie behandelt man einen Insektenstich richtig?
Kühlen Sie den Insektenstich sofort mit einem Kühlpack oder einem feuchten Tuch. Vermeiden Sie Kratzen, da dies den Juckreiz verstärken und zu Entzündungen führen kann. Bei Bedarf können Sie ein Gel oder eine Salbe gegen Insektenstiche auftragen, die den Juckreiz lindert. Bei starken Schwellungen, Rötungen oder allergischen Reaktionen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Was tun bei Sonnenbrand?
Kühlen Sie die betroffene Hautstelle sofort mit feuchten Umschlägen oder einem kühlen Bad. Tragen Sie eine After-Sun-Lotion auf, die die Haut beruhigt und mit Feuchtigkeit versorgt. Vermeiden Sie weitere Sonneneinstrahlung und suchen Sie bei starken Verbrennungen einen Arzt auf.
Wie entferne ich eine Zecke richtig?
Verwenden Sie eine Zeckenzange oder eine Pinzette, um die Zecke möglichst nah an der Haut zu fassen und sie langsam und gerade herauszuziehen. Achten Sie darauf, die Zecke nicht zu quetschen oder zu drehen. Desinfizieren Sie die Stichstelle nach dem Entfernen der Zecke. Beobachten Sie die Stichstelle in den nächsten Tagen auf Rötungen oder Entzündungen. Im Zweifelsfall sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Wie lagere ich Medikamente richtig?
Medikamente sollten kühl, trocken und vor Licht geschützt gelagert werden. Vermeiden Sie feuchte Orte wie das Badezimmer. Bewahren Sie die Medikamente außerhalb der Reichweite von Kindern auf, am besten in einem abschließbaren Schrank. Überprüfen Sie regelmäßig das Haltbarkeitsdatum und entsorgen Sie abgelaufene Medikamente fachgerecht in der Apotheke.
Wann muss ich mit meinem Kind zum Arzt?
Sie sollten mit Ihrem Kind zum Arzt gehen, wenn es hohes Fieber (über 39 Grad Celsius) hat, das länger als 24 Stunden anhält, Atemnot oder Husten mit pfeifenden Geräuschen hat, starke Bauchschmerzen oder Erbrechen hat, Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfälle hat, Verletzungen mit starker Blutung oder Verdacht auf Knochenbruch hat, Verbrennungen zweiten oder dritten Grades hat, allergische Reaktionen mit Hautausschlag, Juckreiz oder Atemnot hat oder Verdacht auf eine Infektionskrankheit hat.
Kann ich meinem Kind homöopathische Mittel geben?
Viele Eltern setzen auf Homöopathie, um die Selbstheilungskräfte ihrer Kinder zu aktivieren. Es gibt eine Vielzahl homöopathischer Mittel, die bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt werden können. Lassen Sie sich von einem erfahrenen Homöopathen beraten, um das richtige Mittel für Ihr Kind zu finden. Homöopathische Mittel sollten jedoch nicht als Ersatz für eine schulmedizinische Behandlung bei schweren Erkrankungen eingesetzt werden.